Veterinär-medizinische Fehldiagnosen. Oder: wenn Hochmut zum Bumerang wird. (Teil 1/ 5)

by Sandra 1. Mai 2012 20:35

Ich wurde sehr oft gefragt, warum ich es nicht einfach dabei belassen konnte, als sich heraus stellte, dass mein Hund Gino doch nicht herzkrank sei und ich den Weg eingeschlagen habe, der nun hinter uns liegt?

Dies hatte zwei Beweggründe:

1) Dem Großteil der Gesellschaft ist zwar bekannt, dass (Haus)Tiere rechtlich gesehen immer noch eine “Sache” sind und vermutlich auch auf Ewig bleiben, worüber sich aber bei jeder sich bietenden Gelegenheit “aufgeregt” wird – vor allem seitens der Haustierbesitzer.

Was sehr Viele allerdings nicht wissen (wollen?): durch eine Neuerung des Tierschutzgesetzes (TierSchuG) 1986 wurde die “Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf“ ausdrücklich anerkannt, welcher 1990 das Gesetz zur Verbesserung der Rechtsstellung des Tieres im bürgerlichen Recht (TierVerbG) folgte. Quelle:
Wikipedia

Für mich persönlich bedeutet das eine Art Gleichstellung von Mensch und Tier. Obwohl unsere Haustiere als “Sachen” gelten, haben sie trotz allem das Recht auf körperliche sowie gesund-heitliche Unversehrtheit und wir Menschen – das angeblich “höchstentwickelte Lebewesen” des Universums – die Pflicht, darauf zu achten, die Rechte des (Haus)Tieres zu wahren und respektieren.

Dafür braucht man sich nicht einmal die “Mühe” machen, ins Ausland oder zum Nachbarn zu gucken und mit dem Finger darauf zu zeigen – echter Tierschutz fängt bereits in den eigenen vier Wänden an.

Duckmäuser, Ach, ich würd ja schon gern, aber…-“Tierfreunde” und fanatische, jedoch kopflose “Tierschützer” gibt es in unserer Gesellschaft mehr als genug – oder warum sonst, werden “trotz aller Bemühungen” keine schnellen und nennenswerten Veränderungen zu Gunsten der Tiere erzielt?!

Auf die Tränendrüsen drücken, die Mitleidsmasche fahren und Tausende von “ach so armen, geschundenen Seelchen” aus dem Ausland nach Deutschland karren, ist nicht schwer. Ebenso wenig die private bzw. kommerzielle Vermehrung von Tieren auszuüben / zu unterstützen.

“Tierfreunde” gibt es wie Sand in der Wüste.

Doch wie sieht es mit der individuellen Wahrnehmung der (moralischen) Rechte des eigenen Tieres aus?!

Allein, wenn man sich so manche Haltungsbedingungen von Gruppen-, Schwarm- oder dämmerungs- / nachtaktiven Haustieren vor Augen hält, die immer wieder und vielerorts zu finden sind:

- allein und in viel zu engen Käfigen,
- zu viele Tiere in einem Habitat ohne ausreichend Platz für das Einzelne,
- der Vogelkäfig steht im Küchenfenster, der Chinchilla- oder Kaninchenkäfig im frequentierten
   Hauszugang,
- bei grellstem Tageslicht hält der kindliche Besitzer “stolz” seinen Hamster zur Schau,
- Reptilienhaltung “überfordert”, weil Mensch es sich viel einfacher vorgestellt hat,
- reinen Wohnungskatzen werden Glöckchenhalsbänder umgebunden,
- pünktlich zur Urlaubszeit stellt die Versorgung sowie Unterbringung des “ach so geliebten
Familienmitglied” auf vier Pfoten (zwei, acht oder keinen Beinen) ein “Problem” dar u.s.w.

Wen verwundert es da noch, dass Rechte haben und Rechte bekommen auch für Tiere zwei unterschiedliche Paar Schuhe sind?!


2) Wer auch immer mich für Nichts durch die Hölle schickt, unkalkulierbaren, negativen, erheblichen Einfluss auf mein Leben (und auf Alles, was dazu gehört) ausübt und / oder mir richtig dreist über den Weg kommt – vor allem dann, wenn (eigene) Tiere involviert sind, die vom menschlichen Verstand, Pflicht- sowie Verantwortungsgefühl abhängig sind! – muss mit entsprechenden Konsequenzen rechnen. Ob es sich hierbei um charakterlich unterbemittelte Sozialschwache oder Jemand Dr. med. vet. handelt, spielt für mich keine Rolle.

Nun, ich gehöre ganz bestimmt nicht zum ignoranten Teil der Gesellschaft und nach Frau Ackermann mit ihrem Mops Sir Henry, dürften Gino und ich das zweite Mensch-Hund-Gespann in Deutschland sein, das sich erfolgreich für das Recht des Tieres und somit gegen Willkür und Hochmut zur Wehr setzte.



gino_0637Dienstag, 01.05.: Es am Freitag von meinem Anwalt am Telefon zu hören, war ja schon ein tolles Gefühl, aber das gerichtlich angeordnete, kardiologische Sachverständigengutachten über meinen Gino seit gestern selbst in den Händen halten und lesen zu können, toppt nach der zurückliegenden Zeit so ziemlich alles.

Aber von vorne:

Gino und ich leben seit Sommer 2007 zusammen, nachdem ich gegen das Mischlingsfell eine
Wette verloren hatte.

Es dauerte eine Weile, bis ich den ersten “Studiengang Hund” fertig hatte und wir uns dadurch insofern zusammen rauften, dass wir uns teilweise blind verstanden oder mit nur einem Blick, einer Geste verständigen konnten.

Umso mehr verunsicherte es mich, als sich Gino, bis dato ein kleines Powerpaket, im Sommer 2009 etwas träge und “trottelig” benahm.

Ich suchte meine damalige Haustierärztin in Singen auf, die den Verdacht auf eine etwaige Herzerkrankung äußerte. Da sie sich aber auf diesem Gebiet selbst nicht auskannte, empfahl sie mir die Untersuchung durch eine Kollegin, die eine mobile Ultraschallpraxis betrieb.

Bis dahin noch nie mit “Herzerkrankung”, “Ultraschalluntersuchung” konfrontiert und im Großen und Ganzen zufrieden mit den bisherigen Leistungen meiner Tierärztin, nahm ich die Empfehlung an. Der erste Termin fand am 25.08.2009 statt.

Das “Bequeme” an der Sache war: Die Kollegin (der Einfachheithalber nachfolgend “Fr. Dr. P.” genannt), erschien mit ihrer Gerätschaft (eine etwas mitgenommen aussehende Liege sowie einem einfachen Ultraschallgerät mit angeschlossenem Drucker) in der Praxis meiner Haustierärztin, sodass ich keinen nennenswerten Weg woanders hin auf mich nehmen musste. – Hätte ich das mal getan…

Fr. Dr. P. erklärte mir, dass mein Hund an einer unheilbaren Herzerkrankung leide, die sich allerdings mit Medikamenten gut im Griff halten ließ.

Gino hätte eine Klappeninsuffizienz sowie eine verhaertete Herzkammerscheidewand, wodurch die Pumpe nicht mehr ordentlich arbeiten könne, da sie sich mehr oder weniger in einem Korsett befände. Höchstwahrscheinlich entstand diese Erkrankung während seiner Straßenzeit als Junghund durch eine Infektion.

Auch sei ein Vorhof unnatürlich groß, wodurch die ebenfalls von der Verhärtung betroffenen Klappen nicht mehr richtig schließen würden.

Für mich brach unsere bis dato kleine, heile Welt zusammen und ich hatte große Probleme, klare Gedanken zu fassen, was sich nun wie für uns ändern wird bzw. muss.

Was mich bzw. uns diesbzgl. allerdings weiter erwartete, ahnte ich noch gar nicht…

x_2477”Unseren” Job als Lkw-Fahrer und –Hund, konnten wir jedenfalls als beendet betrachten: für einen gesunden, belastbaren Menschen war es teilweise schon kein Zuckerschlecken, stunden-lang Kilometer zu schruppen, die Sommernächte im Führerhaus auszuhalten und mit einem relativ ungeregelten Biorhythmus klar zu kommen.

Wie musste sich dies erst auf einen herzkranken, medikamenten-bedürftigen Hund auswirken?!

Gino tagelang seiner hin-und-wieder-Pflegestelle anzuvertrauen oder gar weg zu geben, stand für mich fern jeder Überlegung!

Die ersten Tabletten, die uns verordnet wurden, hießen Prilactone und Coronal.

Prilactone wird in der Humanmedizin unter dem Namen
Aldactone angewendet und ist ein beachtlicher ACE-Hemmer. Coronal sind rein pflanzliche Tabletten und soll(t)en zur Stärkung des Herzens beitragen.

Hinweis: Da es im Gegensatz zur Humanmedizin für Medikamente in der Veterinärmedizin keine gesetzliche Vorschrift gibt, über etwaige Risiken und Nebenwirkungen per Beipackzettel aufklären zu müssen, ist man als Patientenbesitzer auf die Ehrlichkeit und Kompetenz des Tierarztes / der Tierärztin angewiesen.

Wenn man richtig Glück hat, erfährt man von ihm / ihr (oder einem / einer anderen), welches Pendant es in der Humanmedizin gibt, um sich hierüber die wichtigen Informationen holen zu können und es dann entsprechend “umzumünzen”.


Bei der zweiten Untersuchung am 24.11.2009, hieß es, dass sich nichts Besonderes getan hätte.

Die Coronal-Tabletten wurden gegen Vetmedin 2,5mg ausgetauscht, über die ein Kardiologe im Rhein-Neckar-Kreis einmal sagte:
“Vetmedin gibt dem Herz die Peitsche. Geben Sie Vetmedin erst, wenn das Herz die Peitsche braucht.”

Wie aus dem nun erhaltenen Gutachten hervor geht, ist mit Vetmedin überhaupt nicht zu spaßen: [Zitat] Allerdings wird eine Therapie mit Vetmedin erst ab dem Stadium der Dekompensation (also ab Lungenödem / Atemnot) empfohlen. [Zitatende]

Wie dem auch sei, zu dieser Medikation wurden uns seitens Fr. Dr. P. geraten, die Tabletten bezog ich über meine damalige Haustierärztin.

Aufgrund der Vetmedin-Peitsche, hatte sich Ginos Herzleistung bis zur dritten Untersuchung am 09.02.2010 “gesteigert” und ohne über den heutigen Input zu verfügen, freute ich mich natürlich darüber.

Von den “notwendigen” Veränderungen, die uns parallel zur Umstellung und mit Ginos Erkrankung leben zu lernen begleiteten, hatten wir uns etwas erholt:

x_2675Nachdem wir unsere (Hunde)Freunde, Bekannte und Dogsitter über Ginos Erkrankung informiert hatten, standen wir innerhalb weniger Tage ziemlich alleine da: Niemand, für den Gino bis dato “der Superhund” war, war bereit, sich auf seine bzw. unsere neue Situation einzustellen.

Das erste Halbjahr 2009 verlangte mir ziemlich viel Substanz ab: Nicht genug, dass meine Firma der Wirtschaftskrise zum Opfer fiel und mein Hund eine unheilbare Herzkrankheit hatte, wodurch wir unser Leben ohnehin neu organisieren mussten… Nun waren wir auch für den Großteil unseres bisherigen, sozialen (Hunde)Umfelds nicht mehr “gut genug”.

Das einzig “Positive” zu diesem Zeitpunkt war eine Erbschaft, wodurch ich nicht nur mit einem blauen Auge um die Insolvenz herum kam, sondern uns (Gino und mich) auch mit einem spontanen Kurzurlaub für einige Tage ausklinken konnte.

>> Fortsetzung Teil 2

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